Once again – Stellenwert des Koronar-CTs bei der Abklärung von A.p. in der Notaufnahme

Wir hatten uns ja diesem Thema schon vor längerem gewidmet: Wie ist der Stellenwert eines Koronar-CTs in der Notaufnahme, wenn es um die Abklärung von Chest Pain Patienten geht? Man wird ja immer recht kribbelig, wenn an anderen Standorten bzw. in anderen Ländern entsprechende Abklärungsalgorithmen angeboten werden, diese in der eigenen STruktur jedoch noch nicht vorliegen.

Wie Sie dem früher diskutiertem Artikel entnehmen konnten, bin ich insgesamt sehr sehr skeptisch, was diese Technologie überhaupt und dann speziell in unserem Umfeld angeht. Die Strahlenbelastung möchte ich bei der Entscheidungsfindung noch gar nicht einschließen. Eine interessante Metaanalyse zu dieser Thematik widmet sich dieser Fragestellung …. und die Resultate decken sich optimal mit meiner früheren Einschätzung:Hulten et al. haben 4 randomisierte Studien eingeschlossen und kommen zum Ergebnis, dass durch Verwendung des Koronaren CTs zwar die Aufenthaltsdauer in der Notaufnahme reduziert wird (und eine Kostenersparnis damit verbunden ist), auf der anderen Seite die Anzahl der Revaskularisierungen und Folgeuntersuchungen zugenommen hat. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte ich ja auch vorgebracht, dass viele der bisherigen Studien noch nicht mit den neuen sensitiven Troponin-Assays durchgeführt wurden und somit unter derzeitigen Risikostratifizierungs-Methoden vermutlich der Stellenwert von Koronar-CTs noch mehr in den Hintergrund tritt.

Es bleibt ein spannendes Thema. Ich bin jedoch nicht neidisch auf diese neue Technologie. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist sie in unserem Setting aus meiner Sicht nicht notwendig. Vielleicht sollte doch auch in der Notfallmedizin die Freude an der Anamneseerhebung und dem „Überlegen“ kniffliger Fragestellungen wieder mehr zunehmen.

Eine Sache in diesem Zusammenhang möchte ich trotzdem nochmals erwähnen: Die Frage der Aufenthaltsdauer in der Notaufnahme und die Ursachen derselben: In der aktuellen Zeitschrift Notfall- und Rettungsmedizin widmet sich Kollege Trzeczak aus Stralsund. Ein wirklich sehr differenziert geschriebener Artikel. Wenn ich die Argumente und Aussagen von unserem Kollegen richtig verstanden habe (und er spricht mir da wirklcih aus der Seele!), wird nicht das Koronar CT bei der Lösung des Problems einer Überfüllung der Notaufnahme helfen. Hauptproblem ist der „Exit Block“.

Mit anderen Worten: Ein gut organisierter Patientenabfluß (d.h. optimales Bettenmanagement, zeitnahe Übernahme der Patienten durch die Bettenführenden Abteilungen eines Krankenhauses) wird die Überfüllung von Notaufnahmen nachhaltig entlasten, und keine der anderen, viel diskutierten Lösungsvorschläge. Wer mir hier eine Lösung für die Umsetzung anbieten kann, welche dann auch realisiert wird, bekommt einen Preis! (den ich nicht auslobe, da ich mich diesem Thema nicht mehr widmen möchte. Es ist eine elende Sisyphus Arbeit, ohne Aussicht auf Erfolg).  

Aber Sie wissen ja, wie Sie die Denkweisen anderer Personen, welche ja doch oft sehr eingefahren sind, ändern können! Nein, wissen Sie nicht? Dann lesen Sich doch mal im „Debunking Handbook“ nach. Macht Spass 😉

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