Umfrage zu medizinethischen Entscheidungen in der Notfallmedizin und Vorstellung der AG Ethik der DGINA

Wir erleben in unserer täglichen Praxis, dass es zwar deutschlandweit bereits gut funktionierende Strukturen klinischer Ethikberatung in Krankenhäusern gibt (Ethikberatung, Ethikkonsil, Ethikkomitee), dass diese Strukturen aber im akuten Notfall beim unverhofft in der Notaufnahme eintreffenden (und womöglich lebensbedrohlich erkrankten) Patienten ohne zuhandene schriftliche Äußerung (z.B. in Form einer Patientenverfügung) und ohne kontaktierbare Angehörige/Betreuer in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit meist nicht anwendbar sind. Grund genug sich einmal genauer mit dem Thema zu befassen, da auch vorhandene Empfehlungen und Leitlinien (ERC, BÄK, DIVI u.a.)  meist nur zur Therapiebegrenzung im Verlauf, aber wenig zur Akutsituation in der Notaufnahme Stellung nehmen. Trzeczak,S: Notfallmedizin: Ethische Kompetenz und praktische Erfahrung. Dtsch Arztebl 2013; 110(15): A-706 / B-624 / C-624.

Im Rahmen der DGINA-Jahrestagung 2012 am 05.und 06.04. 2013 in Göttingen hat sich eine Arbeitsgruppe Ethik in der Notfall-und Akutmedizin gebildet, die sich mit dieser Problematik befassen wird, beginnend mit einer Umfrage zur Evaluation des Status Quo in den Notaufnahmen (Ethikkonsil, ethische Probleme bei Reanimation und mit Patientenverfügung, schriftliche Entscheidungshilfen).

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Mittelfristig erhoffen wir uns durch die Zusammenarbeit von Mitgliedern der DGINA und der AEM eine Synthese aus fachlicher Expertise (medizinisch, ethisch, rechtlich) einerseits und praktischer Erfahrung aus der täglichen Arbeit in der Notaufnahme (Ärzte, Schwestern, Rettungsassistenten) andererseits, die helfen kann, die Probleme sowohl mit dem nötigen Abstand zu beleuchten als auch praktikable Lösungen zu finden.

Ziel sollen Handlungsempfehlungen oder Entscheidungshilfen medizinethischer Art für Problemfälle in der Notaufnahme sein, aber auch die Schulung der in der Notaufnahme Tätigen in medizinethischen Fragen.

Geplant ist das erste Thema „Der in der Notaufnahme eintreffende nicht ansprechbare Patient am Lebensende in der Akutsituation“ für 2014 fertig- (Handlungsempfehlungen, Schulungsinhalte, Veröffentlichung) und einen ersten Zwischenbericht auf der DGINA-Jahrestagung im Dezember 2013 vorzustellen.

Weitere Themen, wie z.B. der psychisch kranke Patient, der alkoholisierte Patient, Umgang mit Psych-KG, Gewaltopfer in der Notaufnahme, Gewalteskalation in der Notaufnahme, ethische Aspekte beim Massenanfall von Verletzten und ethische Aspekte von Triage und Allokation können später folgen.    

 

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