How to – Epileptischer Anfall oder doch eine konvulsive Synkope?

Liebe Kollegen. Habe einen sehr spannenden, frei zugänglichen Artikel zur Differentialdiagnose Synkope vs. Epilepsie gefunden.

Für mich war besonders interessant den Abschnitt über den Stellenwert eines EEG in der Abklärung obiger Differentialdiagnose zu lesen. Die Haupthinweise geben anamnestische Hinweise. 

Hier eine gute Tabelle zur Differentialdiagnostik:

Aus der Zwischenablage

Das ist prinzipiell nichts Neues.

Die Durchführung eines EEG sollte erst nach 48 Stunden erfolgen.

Eine weitere Möglichkeit liegt in der Bestimmung von Prolaktin. Hierbei ist aber auf die Dynamik des Ereignisses (Zeitpunkt der Snykope vs. Blutabnahme) und auf die unsichere Diagnostik mit Hilfe von Prolaktin zu achten.

Es lohnt sich!

 

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3 Gedanken zu „How to – Epileptischer Anfall oder doch eine konvulsive Synkope?

  1. Was den besten Zeitpunkt zur Durchführung eines EEG angeht, steht die Empfehlung ‚erst nach 48h‘ gegen die Literatur:
    1. Gandelman-Marton&Theitler, Acta Neurologica Scandinavica 2011; 121: 202-205 fanden bei einem Schlafentzug-EEG innerhalb der ersten 3 Tage nach einem epileptischen Anfall bei 13/46 Pat. epilepsietypische Potentiale, bei einem SE-EEG mehr als 3 Tage nach dem Anfall nur bei 3/32 Patienten. Sie empfehlen die Durchführung des (SE-)EEG innerhalb der ersten 3 Tage.
    2. Schreiner&Pohlmann-Eden, Clin Electroenceph 2003; 34:140-144 – Auch hier wird die Aussagekraft eines frühen EEG (<48h) nach einem Anfall beschrieben.

    Insgesamt ist mir nicht klar, was für Probleme bei einem frühen EEG entstehen können, und auf welche Literatur sich diese Empfehlung stützt. Die DGN-Leitlinien jedenfalls erwähnen das timing eines EEG nicht.
    Aus meiner langjährigen ERfahrung mit de Auswertung von Langzeit-Video-EEG habe ich den Eindruck, dass insbesondere in den ersten postiktalen Stunden die Frequenz von epilepsietypischen Potentialen nicht selten ansteigt, vor allem, wenn vorher die Häufigkeit sehr gering war.
    Insgesamt kann jedoch nicht oft genug betont werden, dass sich die Differentialdiagnose Synkope vs. epileptischer Anfall wesentlich auf die Anamnese= Anfallsbeschreibung stützt.

    • Insgesamt eine schwierige Frage. Mir ist da eine Literaturstelle im Kopf (reiche sie nach, wenn ich sie wiederfinde, die folgende Aussage trifft: EEG erst nach 48h, da die kurze Bewusstlosigkeit im Rahmen der Synkope ebenfalls zu Veränderungen im EEG führt, welche die Diagnose einer Epilepsie sehr schwierig macht.
      Wie vorab schon geschildert: Die Anamnese ist der entscheidende Punkt. EEG gehört nicht zur sofort notwendigen „Standarddiagnostik“. Herzlich, MC

      • Kurze Bewusstseinsverluste im Rahmen einer Synkope führen nur zu wenigen Minuten dauernden EEG-Veränderungen. Dies kann man bei Kipptisch-Untersuchungen (wo wir meist ein EEG mitlaufen lassen) gut sehen. Gleiches gilt auch für rhythmogen bedingte Synkopen, die wir immer wieder mal im Langzeit-Video-EEG entdecken.

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