ZNA aktuell: Stimmt die Einweisungsdiagnose des Hausarztes?

Viele von Ihnen werden sich gelegentlich ärgern, wenn die auf dem Einweisungsschein hinterlegte Einweisungsdiagnose des Hausarztes, Facharztes oder ärztl. Notdienstes offensichtlich keine Korrelation mit der aktuellen Situation des eingewiesenen Patienten vor Ihnen hat.

Diese Einweisungsdiagnose hat theoretisch wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Abläufe innerhalb der Notaufnahme – zumindest in deutschen Notaufnahmen mit seiner Multidisziplinarität. Hierzu gibt es nun eine hochinteressante Arbeit von Kollegen Bernhard, Diese im Anästhesisten erschienene Arbeit untersucht systematisch die Übereinstimmung der Einweisungsdiagnose mit der ZNA-Diagnose sowie der Entlassdiagnose aus dem Krankenhaus bei stationär versorgten Patienten.

Viele der Ergebnisse waren zu erwarten: Die Einweisungsdiagnose hat eine hohe Übereinstimmung nur in etwa 50% der Patienten. Patienten, deren Einweisungsdiagnose nicht übereinstimmt, haben eine höhere Verweildauer in der Notaufnahme und weisen offenbar eine höhere Komplexität auf, da signifikant mehr Konsile abgearbeitet werden müssen.

Man sollte sich von diesen Ergebnissen nicht entmutigen lassen. Die Niedergelassenen Kollegen sind nicht „schlecht“, sie haben einfach weniger diagnostische Mittel (und Zeit), die häufig komplexen Fragen abzuarbeiten.

Aus meiner Sicht sollte man auf diese inhärente Problematik organisatorisch reagieren: Die Erstbetreuung dieser Patienten sollten von einem Generalisten durchgeführt werden, einem Spezialisten für Notfallmedizin.

Wir sollten die Ergebnisse dieser Arbeit für unsere Argumente für einen Facharzt Notfallmedizin verwenden. Spannende Arbeit!

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