Senior ER: Die bessere Lösung für die Babyboomer?

Wenn man es mal so richtig betrachtet, nehmen die in Deutschland operativ tätigen Notaufnahmen wenig Rücksicht auf ältere Patienten:

Es ist laut, hell, und auch die Orientierung fällt häufig schwer. Dazu kommen harte Liegen, und, und, und …. Weiterlesen

Notfallmedizin leise – Erkennen des älteren Patienten mit geriatrischem Versorgungspotential

Zunehmend kontaktieren ältere Patienten die Notaufnahme mit akuten medizinischen Problemen. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass eine Versorgungsstruktur eines geriatrischen Teams, welches neben Ärzten und Pflegenden auch Physiotherapeuten, Logopäden etc. und adäquate bauliche Strukturen umfasst, ältere Patienten unterstützt, in ihr eigenes häusliches Umfeld zurückzukehren („Bewahrung der Autonomie“ als wichtigstes Kriterium der Lebensqualität von älteren Patienten). Weiterlesen

Notfallmedizin leise – Moderne Insulintherapie beim Typ II Diabetes

Ich beobachte häufig unsere jüngeren Kolleginnen und Kollegen in der Notaufnahme, wenn sie mit einem Diabetespatienten konfrontiert sind. Insbesondere wenn von der Notaufnahmestation eine Entlassung ansteht und diabetische Therapiekonzepte umgesetzt werden müssen. Oder kennen Sie auch den Fall, dass ein 85 jähriger multimorbider Patient von irgendeinem Larry eine intensivierte Insulintherapie im Basis-Bolus Konzept verordnet bekommen hat und nun wegen Hypoglykämie bei uns betreut wird?
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YEP – Medikamentennebenwirkungen bei Älteren

…oder: wenn Oma plötzlich blutet….

Ein durchaus häufiger Grund für die Vorstellung von Patienten in der Notaufnahme sind die Nebenwirkungen der häuslichen Medikation. Je nach Grunderkrankungen und Allgemeinzustand verfügen v.a. ältere Patienten über teilweise ellenlange Listen an Präparaten.

Die im Alter schwindenden kognitiven Fähigkeiten, die fehlende Compliance und der Mangel an Fachwissen seitens des betreuenden Personals in Altenheimen tun ihr übriges und lassen so manchen Lebensabend schneller enden als eigentlich nötig.
Eine interessante Arbeit aus dem New England Journal („Emergency Hospitalizations for Adverse Drug Events in Older Americans“) beschäftigt sich mit diesem Problem, das angesichts der viel zitierten demographischen Entwicklung sicherlich weiterhin (und zunehmend) eine Rolle im ZNA-Alltag spielen wird.
Erwartungsgemäß ist Altersgruppe ab dem 80. Lebensjahr  von dieser Problematik besonders betroffen.
Interessanterweise spielen v.a. Medikamente, die Blutgerinnung beinträchtigen (also orale Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmer) und antidiabetische Medikamente die Hauptrolle. Entsprechend gehören Blutungsereignisse und Hypoglykämie zu den wichtigsten Vorstellungsgründen in diesem Zusammenhang.
Diese Wirkstoffe werden in der besagten Altersgruppe von hausärztlichen Kollegen sehr häufig verschrieben, so dass eine Lösungsansatz innerhalb unseres Systems nur in Zusammenarbeit von Klinik- und niedergelassenen Medizinern möglich erscheint.
Ebenfalls ums Thema Medikamentenintoxikation kreisen die Artikel „Management of Opioid Analgesic Overdose“ (ebenfalls New England Journal 2012) und „Management of Beta-adrenergic Blocker and Calcium Channel Antagonist Toxicity“ (Emerg Med Clin N Am, 2012). Beide Themen, jedes für sich sehr spannend, werden in diesem Blog in der YEP-Rubrik zeitnah ausführlich durchleuchtet werden…
Welche Erfahrung habt ihr zum Thema Medikamentenintox in der ZNA gemacht ?
Gerne würde ich hier auch Meinungen von hausärztlichen Kollegen hören…

Ältere Patienten in der Notaufnahme …

Das Thema mit den älteren Patienten in der Notaufnahme lässt mich nicht los. Es scheint mir sehr wichtig, da uns diesbezüglich in unserer Ausbildung (und auch Weiterbildung bzw. Fortbildung) nur wenig Nützliches mitgegeben wurde und wird.

Diesem wichtigen Thema widmete sich nun das British Medical Journal in einer exzellenten Serie (Zugriff aus dem Intranet unserer Klinik möglich, Alternativen gibt es auch). Bitte lassen Sie sich von den Gedanken der Autoren mitnehmen, wirklich spannend und interessant zu lesen:

.Alkohol und Medikamentenabusus von Älteren
.Erfassung der kognitiven Einschränkung von älteren Patienten
.Evaluierung von Sturzgefährdung
.Funktionelles Assessment von älteren Patienten
.Wie kann man die Personen unterstützen, die sich um ältere Patienten kümmern?

Sie merken, diese Thematik ist sehr vielschichtig. Erschütternd ist die eingeschränkte Versorgungsqualität von älteren Patienten in der Klinik (in Deutschland wollen wir dies lieber gar nicht messen oder uns darauf einlassen). Nachdenkenswert ist, dass ältere Patienten mehr Unterstützung in sozialer Hinsicht benötigen würden und gar nicht so auf die von uns innig geliebte medizinische Technik stehen. Sehr gut beschrieben ist dies in dem Artikel von O’Dowd et al, BMJ 2011. Tatsächlich hatte ich auf der Postersession der DGIM ein interessantes Poster gesehen, in dem als wichtiges Ergebnis einer Befragung von älteren Patienten war, dass sie vor allem ihre Autonomität erhalten möchten. Klingt irgendwie logisch …. wir urteilen aber häufig mit anderem Maß … (=aus Sicht unserer rosaroten Brille!).

Das Ergebnis, dass geriatrisches Assessment zu einer besseren Patientenversorgung führt, dürfte auch auf das intensivere Beschäftigen mit den älteren Patienten und deren Sorgen zu tun haben.

Vielleicht lässt sich durch intensiveres Eintauchen in diese Thematik auch mehr Verständnis und damit auch Empathie für die betroffenen Patienten älterer Jahrgänge erzielen. Zumindest sollten wir dieses Ziel erreicht haben, wenn wir selbst zu diese Personengruppe gehören …..