Literaturüberblick 2016 – Neuigkeiten aus der prähospitalen Notfallmedizin

Die erfolgreiche Therapie einiger Erkrankungen mit einem zeitkritischen Handlungsbedarf hängen wesentlich von der richtigen Weichenstellung und der sofortigen Therapie in der Präklinik ab. In einem spannenden Übersichtsartikel ….

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Paper of the Year 2016 – part 1 …..

Wir sind überglücklich, dass nach langer harter Zeit unser spannendes (und wirklich methodisch exzellentes) Paper zum 1h Algorithmus der Abklärung eines Akuten Myokardinfarkts publiziert wurde. Weiterlesen

Wichtige Studie aus deutschem Notfallzentrum – Die BIC-8 Studie

In dieser Woche war der Jahreskongress der European Society of Cardiology in Amsterdam. Gratulation an Prof. Martin Möckel, Notfallmediziner an der Charite in Berlin, der eine lange verfolgte Idee erfolgreich umsetzen konnte und jetzt die Ergebnisse of der Hot Topics Session vorstellen konnte.

Was wurde untersucht? Weiterlesen

Interessante Infos zum Thema Myokardinfarkt bei Linksschenkelblock-Patienten

Im hinterlegten Artikel des J Am Coll Cardiology wird ein neuer Algorithmus zum Thema Vorgehen bei Patienten mit Linksschenkelblock und ACS-Klinik propagiert. Hintergrund ist die Tatsache, dass die bisherige Praxis hochfrequent eine Akut-Koro zu initialisieren (was nach meinem persönlichen Empfinden allerdings kaum noch jemand so macht) nicht den erwünschten Benefit bringt, mehr noch: oft gefährlich ist. Wie also kann in Zukunft stattdessen vorgegangen werden? Dies wurde in einem neuen Podcast-Beitrag von EMRAP diskutiert. Weiterlesen

An der Notaufnahme vorbei – Aktueller Artikel in der FAZ

In einem Artikel berichtet die FAZ über ein deutsches Herzinfarkt – Netzwerk, welches beachtliche Erfolge bei der Behandlung von Patienten mit ST-Elevationsinfarkt erzielen konnte. Das regelmäßige Treffen aller an der Versorgung von Infarktpatienten beteiligten und das kontinuierliche Feedback führen zu kürzeren Aufenthaltszeiten in der Notaufnahme und zu einer rascheren Durchführung einer Revaskularisierung.

Der Artikel bezieht sich auf einen aktuell publizierten Artikel im J Am Coll Cardiol – Cardiovascular Interventions.

Dort liest sich interessanterweise einiges etwas anders: Weiterlesen

Der Patient mit Non-ST Elevations ACS in der ZNA

Die Diagnostik und weitere Behandlung von Patienten, die sich mit akuten Thoraxschmerzen (oder akut aufgetretener Dyspnoe als A.p. Äquivalent) in der Notaufnahme vorstellen, stellen insbesondere die jüngeren ärztlichen Kollegen vor große Herausforderungen: Werden 10 verschiedene erfahrene Kollegen nach dem weiteren Procedere in einem speziellen Fall gefragt, erhalten sie schätzungsweise 17 verschiedene Antworten…. kurz, es fällt schwer, ein verlässliches Muster der ärztlichen Handlungsweise zu erkennen und dies für zukünftige Fälle anzuwenden.

Wie kann man die eigene Entscheidungsfähigkeit in dieser vertrackten Situation verbessern? Sicherlich ist hilfreich, sich mit erfahrenen, interventionell tätigen Kardiologen auszutauschen und fallbezogen die verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten zu diskutieren und dadurch hausspezifische Handlungsweisen zu internalisieren. Vorab sollte man sich aber auch die entsprechenden Leitlinien der Europäischen Kardiologengemeinschaft durcharbeiten … (Amerikanische Leitlinien hier; Kommentar und Zusammenfassung hier) zumindest die relevanten Punkte zur Diagnostik und Entscheidungsfindung sind wichtig. Auch ein eigener Artikel (gerne auf Nachfrage als Reprint erhältlich) kann den Aspekt der Diagnostik bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom ohne ST-Elevation weiter beleuchten.

Im folgenden sind wichtige Kriterien aus den Leitlinien zusammengefasst, welche als Anhaltspunkt für das Prozedere (invasive Abklärung oder nicht, weitere nicht-invasive Diagnostik) hilfreich sein könnten (Tabelle).

Aber Vorsicht: Eine derartige Zusammenstellung kann wichtige Richtschnur sein, die individuelle Entscheidung muß die Gesamtsituation des Patienten mit den aktuellen Befunden berücksichtigen.

Ich hoffe trotzdem, dass die Tabelle hilfreich ist und die einzelnen Entscheidungen „transparenter“ gestalten lässt. Probieren Sie es aus, diskutieren Sie Ihre Fälle mit den erfahrenen Kollegen in der Notaufnahme.

Tabelle aus den Leitlinien zum Non-ST Elevations ACS
(modifiziert nach Hamm et al. ESC Guidelines, 2011):
Empfohlene Vorgehensweise bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom ohne ST-Elevation entsprechend der vorgenommenen Risikostratifizierung (GFR, glomeruläre Filtrationsrate; CABG, aortokoronare Bypassoperation; PCI, perkutane koronare Intervention; GRACE, Global Registry of Acute Coronary Events; EKG, Elektrokardiographie; modifiziert nach [28]).

Sehr hohes Risiko: Angiographie innerhalb von 2h:
– Refraktäre Angina
– Rezidivierende Angina trotz Therapie
– Ausgeprägte ST-Streckensenkungen
– Schwere Herzinsuffizienz
– Ventrikuläre Arrhythmien
– Hämodynamische Instabilität 
– GRACE Risk Score >140
Hohes Risiko: Angiographie innerhalb von 24 h:
– GRACE Risk Score >140
– GRACE Risk Score <140 mit einem primären Kriterium für hohes Risiko (z.B. relevanter Troponinanstieg oder -abfall; Dynamische ST-Strecken- oder T-Wellenveränderungen (symptomatisch oder stumm))

Intermediäres Risiko: Angiographie innerhalb von 72 h:
– Kein Kriterium für sehr hohes Risiko
– Kein primäres Kriterium für hohes Risiko
– Sekundäres Kriterium für hohes Risiko (Diabetes mellitus; Niereninsuffizienz (GFR <60 ml/min);  Eingeschränkte linksventrikuläre Funktion (Ejektionsfraktion <40%); Frühe Postinfarkt-Angina; Zustand nach CABG oder vor kurzem erfolgter PCI
– GRACE Risk Score 109-140

Niedriges Risiko: keine oder nur elektive Angiographie:
– Kein Schmerzrezidiv

– Keine Herzinsuffizienz
– Keine EKG-Veränderungen
– Kein Troponinanstieg initial oder nach (3) 6 9 Stunden
– Keine Ischämie induzierbar
– GRACE Risiko Score <109