Bleibt die medizinische Ausbildung dem Zufall überlassen?

Möglicherweise haben bereits frühere Generationen den Wissensmangel der nachfolgenden Generationen beklagt. In einem aktuellen Editorial im BMJ wird nun das „Funding“ von Forschung zu „Medical Education“ diskutiert: Weiterlesen

See one, do one, teach one ….

Das Legen von Venenkathetern macht manchmal durchaus seine Schwierigkeiten. Wer kann sich nicht an vergebliche Versuche einer ZVK Anlage erinnnern? Oder wer hat nicht mal die Arterie getroffen bzw. einen Pneu gestochen?


Dies liegt an verschiedenen Punkten:
a) „See one, do one, teach one“ ist zwischenzeitlich als Lehrkonzept out, um nicht zu sagen megaout. Dies liegt daran, dass die Lerneffektivität mit dieser seit Jahrzehnten praktizierten Methodik mau ist, und sich durch das individuelle Erlernen prozeduraler Skills auch Fehler einschleichen. Zwischenzeitlich haben sich die Unis weiterentwickelt und haben Simulationszentren eingerichtet. Wer mehr Interesse an diesen neuen Lehrmethoden hat, kann sich den Vortrag von PD P. Weyrich, den er auf unserem Adventssymposium 2011 gehalten hat, anschauen, oder in einem gut geschriebenem Buch zu Practical Teaching in Emergency Medicine nachlesen. Auch als Kindle Book erhältlich.
b) Wir orientieren uns z.B. bei der Anlage von ZVK an anatomischen Orientierungspunkten (landmarks). Durch Variabilität der Anatomie kann die Anlage unmöglich sein. Erinnere mich an erfolglose Versuche einer Katheteranlage in der V. femoralis (bzw. entsprechende Versuche) und nach Visualisierung stellte ich fest, dass die Vene unter der Arterie verlief. Welche Lösung gibt es?
c) Zwischenzeitlich sollte in den meisten Fällen eine sonographische Darstellung erfolgen. Dies erleichtert das Einlegen und reduziert die komplikationsrate. In Medscape habe ich eine interessante Zusammenstellung mit
Videokommentierung gefunden (man muss sich kostenlos registrieren, dies lohnt sich!). Auch You Tube bietet hier ganz viel Material. Aber aufpassen: manche Videos können auch fehlerhaft sein. Lieber im Zweifelsfall ein gutes Buch zur Hand nehmen (z.B. von Rogers et al, mit vielen Bildern! Gibt es bei uns in der Klinikbibliothek).
Die Anpassung von Teaching zum Erlernen prozeduraler Fähigkeiten steht auf unserer Agenda weit oben. Das Modell ist zwischenzeitlich auch schon eingetroffen. Jetzt müssen wir nur noch die Schulungen initiieren. Wir geben uns alle Mühe 😉